Ein Mitglied unserer Community unterrichtet Yoga und macht keine Keyword-Recherche. Sie zählt nicht, wie oft ein Wort im Text vorkommt. Und sie wird trotzdem gefunden.
Was sie stattdessen macht, hat einen Namen: E-E-A-T SEO. Also Suchmaschinenoptimierung, die auf Erfahrung, Expertise, Autorität und Vertrauen setzt.
Sagen wir dir damit, dass du Keywords vergessen kannst?
Ne. Ganz im Gegenteil.
Den wichtigsten Teil von SEO macht sie längst, weil sie knallhart bei ihrem Thema bleibt und für Menschen schreibt, die sie wirklich kennt. Dazu teilt sie ihre Artikel, statt sie auf der Website liegen zu lassen.
Genau hier steigen die meisten aus, weil sie SEO mit Keyword-Optimierung verwechseln und dieser Teil sich am kompliziertesten anfühlt. Der große Rest ist einfacher, als du denkst.
Und weil in ihren Texten jahrelange Praxis steckt, erfüllt sie ohne jede Absicht auch das, worauf Google bei guten Inhalten schaut. Genau das steckt hinter E-E-A-T SEO.
Was E-E-A-T SEO wirklich bedeutet
Die gute Nachricht zuerst: Beim E-E-A-T SEO gibt es keinen Wert, den du optimieren müsstest. Du kannst also aufhören, nach einem Schalter zu suchen, den es nicht gibt.
E-E-A-T steht für Experience, Expertise, Authoritativeness und Trust, also Erfahrung, Expertise, Autorität und Vertrauen. Vier Begriffe für eine einzige Sache: Beim Lesen soll erkennbar sein, wer hier schreibt und warum man ihr glauben kann.
Der Begriff kommt aus einem öffentlich zugänglichen Dokument, das Google für seine Qualitätsprüfer geschrieben hat.
Und ja, das sind echte Menschen. Mehrere Tausend weltweit geben echte Suchanfragen ein und bewerten die Ergebnisse nach festen Kriterien. Ihre Bewertungen fließen nicht ins Ranking ein, Google sieht damit nur, ob Änderungen am Algorithmus wirklich helfen.
Wichtig dabei: Die vier Buchstaben stehen nicht gleichberechtigt nebeneinander. In der Mitte sitzt Vertrauen und die anderen drei sind dazu da, es zu stützen. Eine Seite, die unglaubwürdig wirkt, rettet auch die dickste Expertise nicht.
Klingt kompliziert?
Ist es nicht. Am Ende geht es darum, dass ein Mensch beim Lesen merkt, dass du weißt, wovon du redest.
Erfahrung: dein größter Vorsprung beim E-E-A-T SEO
Erfahrung meint laut Google die eigene Erfahrung oder Lebenserfahrung zum Thema. Gemeint ist ausdrücklich auch das, was du selbst durchgemacht hast.
Googles eigenes Beispiel dazu ist schön einfach: Wem glaubst du eher, einer Produktbewertung von jemandem, der das Produkt benutzt hat oder von jemandem, der es nicht getan hat?
Ne, war klar.
Und genau hier liegt dein Vorsprung, weil kein Sprachmodell diese Erfahrung hat. Eine KI kann dir zwanzig Tipps zur Ernährungsumstellung aufschreiben. Sie kann dir aber nicht erzählen, was passiert, wenn eine Kundin in Woche drei aufgeben will.
Wie wichtig das ist, haben wir bei diesem Artikel selbst gemerkt. Wir haben für die Recherche mit KI gearbeitet und mussten dreimal nachhaken, weil etwas so nicht stimmte. Einmal war von einem E-E-A-T-Update die Rede, das Google nie ausgerollt hat. Einmal standen die vier Buchstaben gleichberechtigt nebeneinander, obwohl Vertrauen in der Mitte sitzt.
Ohne unser eigenes Wissen wäre beides in diesem Artikel gelandet (und du würdest jetzt etwas Falsches lesen).
Deine Erfahrung ist der Filter, mit dem du prüfst, was du veröffentlichst. Die häufigsten Stolperstellen dabei haben wir hier gesammelt: 5 Fehler beim Bloggen mit KI, die deine Artikel austauschbar machen.
Werde deshalb konkret:
- Schreib, was bei welcher Kundin funktioniert hat
- Schreib, was du selbst ausprobiert und wieder verworfen hast
- Schreib die Zahl hin, die du gemessen hast, auch wenn sie unspektakulär ist
Ein Mitglied unserer Community hat mit einem ihrer ersten Artikel direkt eine 1:1-Kundin gewonnen, weil jemand ihren Text gelesen und gedacht hat: Die versteht mein Problem.
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Expertise: vier Kriterien, an denen Google deine Artikel misst
Expertise ist laut Google das nötige Wissen oder Können für ein Thema. Wichtig ist der Zusatz: Verschiedene Themen brauchen verschiedene Arten von Expertise. Für die Elektroinstallation braucht es eine Elektrikerin, für Rückenyoga eine Yogalehrerin. Ein Doktortitel ist nirgends verlangt.
Google leitet diese Expertise zuerst aus dem ab, was auf der Seite selbst sichtbar ist. Googles Beispiel: Man erkennt Können beim Haarstyling daran, dass man ein Video sieht, in dem jemand tatsächlich Haare stylt.
Erst danach kommen Profil und Erwähnungen von außen.
Deine Expertise zeigt sich also im Artikel selbst. Für E-E-A-T SEO ist dieser Punkt der wichtigste und Google nennt dafür vier Kriterien:
- Aufwand. Hat ein Mensch aktiv daran gearbeitet. Bei dir heißt das: eine eigene Recherche, ein eigenes Beispiel, eine Vorlage, die du selbst gebaut hast.
- Originalität. Steht hier etwas, das es woanders nicht gibt. Bei dir heißt das: dein Fall aus der letzten Woche, deine Beobachtung nach fünfzig Beratungen, deine Zahl.
- Können. Ist der Text so gemacht, dass Lesen sich lohnt. Bei dir heißt das: klare Überschriften, kurze Absätze, ein Beispiel pro Gedanke.
- Genauigkeit. Stimmt, was du schreibst. Bei dir heißt das: jede Zahl mit Quelle und alles nachprüfen, was du nicht sicher weißt.
Diese vier Kriterien sind der Grund, warum reine KI-Texte selten funktionieren. Sie scheitern schon an den ersten beiden.
Google bewertet Seiten, die in Masse mit wenig Aufwand und ohne eigenen Zusatznutzen entstehen, mit der niedrigsten Stufe. Und zwar ausdrücklich unabhängig davon, wie sie erstellt wurden. Generative KI steht in den Richtlinien als Werkzeug, das hilfreich sein kann und missbraucht werden kann.
Es geht also nicht um das Tool. Es geht um Aufwand, Originalität, Können und Genauigkeit.
Sag deshalb ruhig, wenn KI mitgeschrieben hat, denn Google empfiehlt offenzulegen, wie ein Text entstanden ist. Ein Satz am Ende genügt, zum Beispiel: Für die Recherche habe ich ChatGPT genutzt. Geschrieben und geprüft habe ich den Artikel selbst.
Das fühlt sich erst mal mutig an. Wirkt aber genau umgekehrt.
Autorität: entspannter, als du denkst
Autorität meint, dass du für ein Thema als erste Adresse giltst. Und jetzt kommt die Stelle, die dich erleichtern wird: Google schreibt selbst, dass die meisten Themen gar keine offizielle autoritative Quelle haben. Für die allermeisten Blogs ist dieser Buchstabe also kein Hebel.
Kleine Websites haben oft wenig oder gar keine Erwähnungen von außen und Google hält ausdrücklich fest, dass das weder für hohe noch für niedrige Qualität spricht. Viele kleine Unternehmen leben von Mundpropaganda (und tun das ziemlich erfolgreich).
Wenn Erwähnungen aber da sind, helfen sie. Wir waren zum Beispiel mit der Blog Challenge zu Gast in Folge 153 des Perfectly Imperfect Podcasts von Katharina Siebauer und wurden zu einem LinkedIn-Event über Workshops eingeladen. Solche Einladungen wirken stärker als alles, was wir über uns selbst behaupten.
Du willst wissen, was von außen über dich sichtbar ist?
Dann mach die Suche, die auch die Prüfer machen. Gib bei Google deinen Namen ein und schließe deine eigene Seite aus, also zum Beispiel dein name -site:deinewebsite.de. Was da auftaucht, sieht ein Prüfer auch.
Vertrauen: der Buchstabe, um den sich beim E-E-A-T SEO alles dreht
Vertrauen bedeutet laut Google, dass eine Seite zutreffend, ehrlich, sicher und verlässlich ist. Wie viel davon nötig ist, hängt vom Zweck der Seite ab.
Und genau hier spielt dein Blog seine größte Stärke aus.
Wer drei oder vier Artikel von dir liest, verbringt eine halbe Stunde mit deiner Art zu denken und zu erklären. Deine Leserin merkt in dieser Zeit, ob du ihre Fragen wirklich verstehst, ob du auch die unbequemen Stellen ansprichst und ob du zugibst, wenn etwas nicht funktioniert.
Wenn sie dich danach anfragt, ist die Entscheidung längst gefallen. Ihr redet nur noch über Termine.
Je mehr Texte durch KI entstehen, desto wertvoller wird das. Wenn Inhalte in Sekunden produzierbar sind, ist die Person dahinter das, was übrig bleibt.
Deshalb braucht Vertrauen eine klare Identität, also deinen echten Namen, ein echtes Foto und überall dieselben Angaben. Wenn du auf deiner Website Anna Musterfrau bist und auf LinkedIn A. Musterfrau, kann niemand die Verbindung ziehen.
Eine Sache nimmt Google dabei besonders ernst: Erfundene Autorenprofile gelten als Täuschung und werden mit der niedrigsten Stufe bewertet. Dazu gehören KI-generierte Fotos, ausgedachte Beschreibungen und falsche Angaben zu Qualifikationen.
Eine echte Autorenbox mit deinem Gesicht ist damit kein hübsches Extra. Was genau reingehört, steht hier: Autorenbox, CTA, Kommentare.
Dazu kommt die rechtliche Basis, also Impressum, Datenschutzerklärung und ein Datenschutzhinweis neben deinem Kommentarfeld. Klingt unspektakulär und ist genau das, was jemand in den ersten Sekunden unbewusst prüft.
Und wenn du über Gesundheit, Ernährung oder Geld schreibst, schaut Google noch genauer hin, weil deine Artikel dort echte Folgen für deine Leserinnen haben können. Deine eigene Erfahrung zählt dabei genauso viel, solange sie zu dem passt, was Fachleute zum Thema sagen.
E-E-A-T SEO in 5 Fragen: deine Checkliste vor dem Veröffentlichen
Du musst E-E-A-T SEO nicht als großes Projekt angehen. Es reicht, wenn du jeden Artikel kurz durchgehst, bevor du auf veröffentlichen klickst:
- Erkennt jemand, der mich noch nicht kennt, warum ich zu diesem Thema etwas zu sagen habe? Am schönsten über eine Kundensituation, ein eigenes Erlebnis oder einen eigenen Fehler.
- Steht hier etwas, das es so nur bei mir gibt? Deine Zahlen, deine Beispiele, deine Einschätzung.
- Habe ich jede Behauptung nachgeprüft? Besonders die aus einer KI, weil dort gern Dinge auftauchen, die plausibel klingen und trotzdem falsch sind.
- Ist unter dem Artikel klar zu sehen, wer ihn geschrieben hat? Autorenbox mit echtem Foto, echtem Namen und einem Link zur Über-mich-Seite.
- Würde ich diesen Artikel einer Kundin schicken, mit der ich gerade im Gespräch bin?
Frag dich das bei den nächsten drei Artikeln bewusst durch. Danach macht dein Kopf das von allein.
Und deine alten Artikel? Die musst du nicht alle umschreiben. Nimm dir die drei vor, die dir am meisten Besucher bringen und geh die fünf Fragen dort einmal durch.
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