Hanna saß vor ihrem Laptop und starrte auf ihr WordPress-Dashboard. Eigentlich hatte sie alles, was sie brauchte: Eine WordPress-Website mit dem Pagebuilder Divi. „Das wird schon irgendwie gehen“, hatte sie sich gedacht, als sie beschloss, endlich mit dem Bloggen anzufangen.
Aber dann hatte sie doch jede Menge Fragezeichen über dem Kopf:
Wo fange ich überhaupt an? Erstelle ich den Blog mit Divi oder ohne? Wie kommt der Blog dann überhaupt in mein Menü?
„Vielleicht morgen“, dachte sie. Aber morgen wurde zu übermorgen, und übermorgen zu nächster Woche.
Vielleicht geht’s dir wie Hanna:
Du hast schon eine Website und willst endlich mit dem Bloggen loslegen. Aber irgendwie fühlst du dich verloren in den Einstellungen. Ist dein System überhaupt geeignet? Brauchst du was Neues? Oder machst du nur was falsch?
Oder du stehst noch ganz am Anfang:
Keine Website, kein Blog, aber der Plan steht fest: „Ich will bloggen!“ Jetzt googelst du und findest 1.000 Meinungen. WordPress, Wix, Jimdo, Squarespace: Alle sagen, ihr System sei das beste. Wie sollst du da die richtige Wahl treffen?
In beiden Situationen hilft dir dieser Artikel weiter. Denn egal, ob du bei null startest oder schon eine Website hast – am Ende geht’s um die gleiche Frage: Welches technische Setup ermöglicht dir, langfristig entspannt zu bloggen?
Ich habe schon viele Kund*innen beim Blogstart begleitet. In unserer Community kommen die meisten Frauen mindestens alle zwei Monate in die Technik-Sprechstunde mit neuen Fragen. Das ist völlig normal! Dein Blog entwickelt sich weiter, du willst neue Dinge ausprobieren – und dann brauchst du eine technische Basis, die mithalten kann.
Als Hanna zu mir ins Blogstarter-Paket kam, brauchten wir genau eine Session, um ihr zu zeigen: So nutzt du Divi für deinen Blog, so baust du die Navigation, so erstellst du deinen ersten Artikel. Hannas Problem war nicht WordPress! Sondern, dass ihr niemand gezeigt hatte, wie sie es für ihren Blog nutzt.
In diesem Artikel erfährst du:
- Warum die Technik-Wahl langfristige Folgen hat (auch wenn du schon eine Website hast)
- Warum WordPress nicht gleich WordPress ist
- Warum es nicht das eine ultimative technische Setup gibt
- Was du tun kannst, wenn du schon eine Website hast
- Wie du dir von Anfang an Frust sparst
Denn am Ende des Tages willst du eines: Bloggen. Nicht kämpfen mit der Technik.
Warum die Technik-Wahl so wichtig ist
Technisch ist ein Umzug von System A zu System B machbar. Aber – und das ist ein großes Aber – er ist alles andere als entspannt.
Ich erlebe immer wieder Frauen, die von Website-Baukästen wie Wix oder Jimdo zu WordPress wechseln, weil sie an die Grenzen ihres Systems gestoßen sind. Denn was am Anfang noch reichte (eine einfache Website), passt nicht mehr, wenn es einen professionellen Business-Blog geben soll.
Ein späterer Umzug kostet Nerven
- Broken Links: URLs ändern sich und die alten Links führen ins Leere
- Verlorene Kommentare: Nicht alle Systeme lassen sich 1:1 migrieren
- SEO-Verluste: Im schlimmsten Fall rutschen deine Rankings bei Google ab
- Zeitaufwand: Stunden oder gar Tage für den technischen Umzug
Aber das größte Problem ist oft der emotionale Stress: „Hab ich jetzt alles kaputt gemacht?“ Diese Unsicherheit macht kirre im Kopf. Und während du mit dem Umzug beschäftigt bist, schreibst du keine neuen Blogartikel.
Website-Baukästen: Am Anfang einfach, später limitierend
Gerade die Website-Baukästen klingen verlockend: „Ganz ohne technische Kenntnisse zur eigenen Website!“ Das stimmt auch – für den Start.
Aber sobald du mehr willst (Newsletter-Integration, erweiterte SEO-Funktionen, einen professionellen Blog mit all seinen Features…), stößt du an Grenzen. Und dann wird’s problematisch:
- Unzureichende Dokumentation: Du findest kaum Anleitungen
- Wenige Tutorial-Videos: Du findest auf YouTube nix zu deinem System
- Kleine oder gar keine Community: Niemand da, den du fragen kannst
Bei WordPress ist das anders: Zu fast jeder Frage findest du ein Tutorial, ein Forum, einen Blogartikel. Diese Community ist Gold wert, wenn mal was nicht funktioniert.
Heißt das, Website-Baukästen sind schlecht?
Nein. Für eine einfache Website ohne Blog können sie völlig ausreichen. Aber wenn du vorhast, langfristig und regelmäßig zu bloggen, wirst du die Flexibilität von WordPress früher oder später zu schätzen wissen.
WordPress ist nahezu grenzenlos erweiterbar – das ist seine größte Stärke. Aber (und ja, es gibt ein Aber): Diese Flexibilität bedeutet auch, dass du mehr Entscheidungen treffen musst. Welches Theme? Welche Plugins? Wie konfiguriere ich was?
Deshalb lohnt es sich, die Entscheidung für dein System bewusst zu treffen. Und zwar bevor du anfängst.
Du musst langfristig damit arbeiten können
Die Technik-Wahl ist keine einmalige Sache. Du richtest deinen Blog nicht einmal ein und bist dann fertig.
Du arbeitest regelmäßig damit:
- Jeden Monat (oder öfter) schreibst du einen neuen Artikel
- Du lädst Bilder hoch, formatierst Texte, setzt Links
- Du aktualisierst ältere Artikel, fügst neue Infos hinzu
- Du installierst Updates, checkst, ob alles noch funktioniert
- Du passt dein Design an, probierst neue Features aus
Stell dir vor: Jedes Mal, wenn du einen Artikel schreiben willst, dauert es 20 Minuten, bis du überhaupt loslegst – weil du nicht mehr weißt, wo welche Einstellung ist. Oder du kämpfst jedes Mal aufs Neue mit dem Editor, weil er nicht intuitiv ist. Oder du musst bei jeder kleinen Anpassung erst googeln, wie das nochmal ging.
Und nein, das habe ich mir nicht storytellingmäßig ausgedacht. Das erlebe ich wirklich immer wieder bei Frauen, die mit fertig aufgesetzten Websites zu mir kommen. Jeder neue Blogartikel wird zur Hürde. Nicht wegen des Schreibens, sondern wegen der Technik.
Zeit haben wir alle nicht zu viel.
Als Soloselbständige jonglierst du vermutlich zwischen Kundenprojekten, Familie, Haushalt und Business. Jede Minute, die du mit Technik-Frust verbringst, fehlt dir fürs eigentliche Bloggen – oder für dein Leben.
Ein System, das dich ständig ausbremst, kostet dich am Ende mehr als jede Hosting-Gebühr.
Deshalb: Wähle ein System, mit dem du dich wohlfühlst.
Eines, bei dem du nicht jedes Mal eine Bedienungsanleitung brauchst. Eines, das dir Routinen erlaubt (immer die gleichen Schritte beim Artikel-Erstellen). Eines, bei dem du dich traust, Dinge auszuprobieren.
Denn nur dann bleibst du langfristig dran. Und Dranbleiben ist beim Bloggen die halbe Miete.
WordPress ist nicht gleich WordPress
„Ich habe WordPress“ – das sagen viele. Aber damit ist noch lange nicht klar, wie deine Website funktioniert.
Denn WordPress ist keine fertige Lösung aus einem Guss. Es ist ein flexibles System, das du so konfigurieren kannst, wie es zu dir passt. Und genau hier liegt der Knackpunkt: WordPress kann für jede anders aussehen und sich anders anfühlen.
Je nachdem, welche Kombination du wählst, arbeitest du komplett unterschiedlich:
Theme + Pagebuilder
z.B. Divi, Elementor
- Du baust Seiten und Artikel visuell zusammen
- Drag & Drop: Elemente verschieben, anpassen
- Viel Gestaltungsfreiheit, aber auch viele Klicks
Theme +
Block-Editor
WordPress Standard
- Du arbeitest mit Blöcken (Überschrift, Absatz, Bild etc.)
- Schlanker, schneller, weniger Optionen
- Fokus aufs Schreiben statt aufs Designen
Hanna zum Beispiel arbeitet mit Divi. Für sie heißt Bloggen: Module zusammenklicken, Abstände anpassen, Farben wählen.
Viele andere Kundinnen von mir nutzen den Block-Editor. Für sie heißt Bloggen: Überschrift setzen, Text schreiben, Bild einfügen – fertig.
Beides ist WordPress. Beides ist richtig. Aber es fühlt sich völlig anders an.
Nicht für jede ist ein Pagebuilder das perfekte Setting
Pagebuilder wie Elementor oder Divi sind mächtig. Du kannst damit (fast) alles umsetzen. Aber:
- Mehr Klicks: Statt direkt zu schreiben, klickst du dich erst durch Module
- Langsamer: Pagebuilder können die Website verlangsamen
- Komplexer: Mehr Optionen bedeuten auch: mehr zu verstehen und pflegen
Deshalb gibt es von mir hier auch keine pauschale Empfehlung für dich, welche Blog-Technik die beste ist. Denn das ist total individuell. Ich gebe dir jetzt die Entscheidungshilfen an die Hand.
Die wichtigsten Entscheidungskriterien
1. Deine Ausgangslage
Bevor du dich für ein System entscheidest, brauchst du eine ehrliche Selbsteinschätzung:
Wie technik-affin bist du wirklich?
- Macht es dir Spaß, dich in neue Tools einzuarbeiten?
- Oder denkst du eher: "Ich will einfach nur, dass es funktioniert"?
- Fühlst du dich sicher dabei, Einstellungen zu ändern und auszuprobieren?
- Oder hast du Angst, etwas kaputt zu machen?
Hab ich jemanden, der mir helfen kann?
- Ein oder eine Partner*in, Freund*in, Kolleg*in mit Technik-Know-how?
- Bist du in einer Community (wie unserer Blog Challenge Community), wo du Fragen stellen kannst?
- Oder bist du komplett auf dich allein gestellt?
Wie viel Zeit/Geld will ich in Einarbeitung investieren?
- Hast du gerade ein paar Stunden pro Woche, um dich einzuarbeiten?
- Oder bist du so eingespannt, dass du das nicht leisten kannst?
- Kannst und willst du Geld in Unterstützung investieren (z.B. 1:1-Begleitung beim Setup)?
Denk auch an die laufenden Kosten
Die erste Einrichtung ist das eine. Aber danach kommen noch:
- Hosting-Gebühren (monatlich oder jährlich)
- Evtl. Premium-Themes oder Plugins
- Evtl. technischer Support oder Wartung
Bei Website-Baukästen sind die Kosten oft transparenter, weil es einen Paketpreis gibt. Dafür bist du weniger flexibel. Bei WordPress hast du eine gute Kontrolle über die Kosten, aber auch mehr Entscheidungen zu treffen.
Wichtig zu wissen
Viele Frauen in unserer Community haben anfangs Angst, etwas kaputt zu machen. Deshalb ist mein wichtigster Tipp: Backups, Backups, Backups!
Mit automatischen Backups (z.B. mit dem Plugin UpdraftPlus) kannst du angstfrei experimentieren. Geht etwas schief, stellst du einfach das letzte Backup wieder her. Diese Sicherheit nimmt enorm viel Druck raus.
2. Deine langfristigen Pläne
Denk nicht nur ans Jetzt, sondern auch ans Später:
Nur Blog oder mehr?
- Willst du "nur" bloggen und sichtbar werden?
- Oder planst du später auch: Online-Kurse, Shop, Membership-Bereich, Buchungen?
Wie viel Kontrolle brauchst du übers Design?
- Reicht dir ein schönes Standard-Design, das du minimal anpasst?
- Oder willst du jedes Detail selbst bestimmen können?
Willst du später Dinge selbst anpassen können?
- Bist du bereit, dich tiefer einzuarbeiten, um unabhängig zu sein?
- Oder ist dir wichtiger, dass jemand anderes das für dich übernimmt?
Die Erfahrung mit meinen Kundinnen zeigt nämlich: Am Anfang steht meist eine Website bzw. ein Blog mit geringen Anforderungen. Nach einem halben Jahr kommen dann Fragen wie: „Kann ich ein Pop-up einbauen?“ oder „Wie verknüpfe ich meinen Newsletter?“. Dein System sollte diese Entwicklung möglich machen.
3. Support & Community
Gibt es gute deutschsprachige Hilfe?
Wenn du ein Problem hast… Findest du dann:
- Anleitungen auf Deutsch ohne viel Fachchinesisch?
- Tutorial-Videos, die dein System erklären?
- Foren oder Gruppen, wo du Fragen stellen kannst?
Wie aktiv ist die Community?
Bei WordPress: riesig. Zu fast jeder Frage findest du ein Tutorial, ein Forum, einen Blogartikel.
Bei kleineren Website-Baukästen oder Nischen-Systemen: oft Fehlanzeige. Du bist auf dich allein gestellt oder musst auf den (oft langsamen) Support des Anbieters warten.
Ist der Anbieter seriös und existiert auch in 5 Jahren noch?
Klingt banal, aber: Wenn dein Anbieter vom Markt verschwindet, steht deine Website plötzlich ohne Support da. WordPress hingegen gehört niemandem und gleichzeitig allen: Es wird von einer riesigen, weltweiten Entwickler-Community gepflegt und weiterentwickelt. Kein einzelnes Unternehmen kann es einfach abschalten oder einstellen. Das macht es zu einem der stabilsten und verlässlichsten Systeme, die es gibt.
Bei kleineren Website-Baukästen sieht das anders aus. Wird der Anbieter gekauft, geht pleite oder ändert seine Preisstruktur drastisch, hast du ein Problem.
Was tun, wenn du dich nicht entscheiden kannst?
Du hast den Artikel gelesen, die Fragen durchdacht – und fühlst dich trotzdem unsicher? Das ist völlig normal.
Option 1: Klein starten, später erweitern
Besser unperfekt gestartet als perfekt geplant und nie online.
Wähl ein System, das dir jetzt machbar erscheint. Du kannst später immer noch wechseln oder erweitern. Ja, ein Umzug kostet Nerven – aber jahrelang zu warten, weil du die „perfekte“ Entscheidung treffen willst, kostet dich mehr.
Der erste Schritt ist wichtiger als der perfekte Schritt.
Option 2: Hol dir Unterstützung
Manchmal brauchst du einfach jemanden, der mit dir gemeinsam draufschaut und sagt: „Für dich passt das.“
- Macht es dir Spaß, dich in neue Tools einzuarbeiten?
- Oder denkst du eher: "Ich will einfach nur, dass es funktioniert"?
- Fühlst du dich sicher dabei, Einstellungen zu ändern und auszuprobieren?
- Oder hast du Angst, etwas kaputt zu machen?
Das Investment lohnt sich, wenn du dadurch schneller loslegst. Denn die meisten meiner Kundinnen bereuen nicht, dass sie Hilfe geholt haben – sondern dass sie vorher so lange alleine rumgetüftelt haben.
Du musst nicht alles wissen, bevor du startest.
Du musst nur den Mut haben, anzufangen. Der Rest ergibt sich.
Es gibt keine pauschale Empfehlung – aber Orientierung
Ich würde dir hier gerne die eierlegende Wollmilchsau empfehlen. Aber die gibt es nicht.
Auch WordPress ist die nicht. Ich bin ein totaler WordPress-Fan – ich arbeite seit Jahren damit, liebe die Flexibilität und kann mir nichts anderes mehr vorstellen. Aber trotzdem empfehle ich es nicht pauschal.
Denn die Entscheidung, welche Blog-Technik du nutzen solltest, hängt von deinem Typ und deinem Business ab. Was für andere perfekt funktioniert, kann für dich völlig falsch sein.
Aber du hast jetzt die wichtigsten Fragen, die du dir stellen musst, um dich zu entscheiden:
- Wie technik-affin bin ich wirklich?
- Was plane ich langfristig mit meinem Blog?
- Wie viel Support brauche ich?
- Was kann und will ich investieren (Zeit und Geld)?
Und wenn du dir immer noch unsicher bist?
Dann lass mich dir mitgeben:
Ja, ein späterer Systemwechsel kostet Zeit und Nerven. Deshalb ist es sinnvoll, dir vorab Gedanken zu machen.
Aber viel schlimmer, als eine Technik zu wählen, die in 5 Jahren vielleicht nicht mehr passt, ist es, monatelang zu grübeln und nie anzufangen.
Du willst mit WordPress starten und brauchst eine Schritt-für-Schritt-Anleitung?
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Du willst die technische Einrichtung gerne abgeben, aber danach selbst weitermachen?
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