Website-Statistik für den Blog: Warum du (noch) kein Google Analytics brauchst

Letztes Update am 21.09.2026

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Website-Statistik ohne Google Analytics

„Ich sollte echt mal schauen, ob überhaupt jemand meinen Blog liest.“

Dieser Gedanke taucht ab und zu auf. Und verschwindet meistens genauso schnell wieder. Weil: Wo fängt man überhaupt an? Irgendwer sagt dir, du brauchst unbedingt Google Analytics. Das klingt aber kompliziert und mit dem ganzen Datenschutz-Thema auch ein bisschen unheimlich. Also schiebst du es weiter vor dir her. 

Falls du dich da wiedererkennst: Du bist damit absolut nicht allein. Die meisten Bloggerinnen, mit denen ich spreche, haben noch nie ein Tool für ihre Website-Statistik eingerichtet. Und das ist erstmal völlig okay.

Und was dir kaum jemand sagt: Wahrscheinlich brauchst du Google Analytics gar nicht.

Früher hab ich Google Analytics bei jeder Kundenwebsite eingebaut, und natürlich auch auf meiner eigenen. Bis ich für mich gemerkt hab: Ich komme mit dem Tool überhaupt nicht zurecht. Die vielen Zahlen haben mich einfach überfordert. Ich hab sogar mal einen Online-Kurs dazu belegt. Und selbst da kam ich nicht mit.

Irgendwann war klar: Ich müsste richtig viele Stunden investieren, um mich so gut in Analytics einzuarbeiten, dass ich mit diesen ganzen Daten überhaupt was anfangen kann.

Genau deshalb gibt es diesen Artikel. Ich zeige dir, welche Zahlen für deinen Blog wirklich wichtig sind und mit welchen unkomplizierten Tools du sie bekommst. Ganz ohne den Analytics-Frust, den ich hatte.

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Brauchst du überhaupt Google Analytics?

Diese Frage stellt dir kaum jemand. Meistens heißt es einfach: „Bau Google Analytics ein, dann hast du deine Zahlen.“ Punkt.

Ich sehe das anders. 

Früher kamen immer wieder Kund*innen zu mir und sagten: „Ich möchte unbedingt Google Analytics haben.“ Dann hab ich meistens gefragt: „Und wie oft schaust du da rein?“ Eingebaut hab ich es trotzdem, weil sie es eben unbedingt wollten.

Als ich zwei, drei Jahre später nochmal nachgefragt hab, wie oft sie denn nun reingeschaut haben, kam fast immer der gleiche Satz: „Oh, eigentlich nie wieder, seit wir es eingerichtet haben.“

Und ich weiß auch, wieso. Google Analytics erschlägt einen, wenn man reinschaut. Es ist für die meisten von uns mit Kanonen auf Spatzen geschossen. Das Tool kann wahnsinnig viel. Es ist gemacht für große Websites und Online-Shops, die genau auswerten müssen, an welcher Stelle im Kaufprozess jemand abspringt.

Aber wir? Viele von uns haben überhaupt keinen aufwändigen Funnel. Einen Großteil der Zahlen, die Analytics dir ausspuckt, brauchst du dann schlicht gar nicht.

Das Dashboard ist so unübersichtlich, dass man fast eine eigene Ausbildung bräuchte, um da durchzublicken.

Und dann ist da noch das Datenschutz-Thema, denn alles, was Google Analytics trackt, landet bei Google in den USA. Sauber einbinden lässt es sich nur mit Cookie-Banner und Einwilligung, und selbst dann bleibt ein fader Beigeschmack.

Kurz gesagt: viel Aufwand, viel Datenschutz-Kopfzerbrechen, und am Ende guckt eh keiner rein.

Dabei geht es auch viel einfacher. Und dafür schauen wir uns als Erstes an, welche Zahlen für dich überhaupt zählen.

Welche Zahlen du wirklich wissen musst

Bevor wir über Tools reden, klären wir die viel wichtigere Frage: Welche Zahlen musst du überhaupt kennen?

Spoiler: Es ist nur eine Handvoll, die für deinen Blog wirklich etwas aussagt.

Diese hier reichen für den Anfang locker:

Welche Artikel werden überhaupt gelesen? Das ist die spannendste Zahl von allen, weil sie dir zeigt, welche deiner Themen gut ankommen. Und ich kann dir jetzt schon verraten: Da steht oft nicht das oben, was du erwartest. Läuft ein bestimmter Artikel richtig gut, weißt du, in welche Richtung du weiterschreiben kannst.
Welche Themen bei deinen Leser*innen ankommen, hängt eng damit zusammen, wie gut du deine Zielgruppe verstehst.

Woher kommen deine Besucher*innen? Über Google? Über deinen Newsletter? Über LinkedIn? Diese Zahl verrät dir, welche deiner Marketing-Wege sich überhaupt lohnen. Wenn du viel Energie in LinkedIn steckst, aber von dort kaum jemand auf deinem Blog landet, ist das ein wertvoller Hinweis, dass du etwas ändern darfst.

Unter welchen Begriffen wirst du bei Google gefunden, und klickt da auch jemand? Die beiden gehören zusammen. Manchmal wirst du für ein Wort tausendmal angezeigt, aber kaum jemand klickt. Dann lohnt es sich, deinen Seitentitel und deine Meta-Description zu überarbeiten. Um diese Zahl kümmert sich ein eigenes, kostenloses Tool, das schauen wir uns gleich an.

Sind deine Artikel überhaupt bei Google gelistet? Klingt banal, ist es aber nicht. Es ist längst nicht selbstverständlich, dass Google alle deine Seiten kennt. Und was Google nicht kennt, kann auch niemand finden.

Und was ist mit dem ganzen Rest? Absprungrate, Verweildauer, Sitzungen, Conversion-Funnel? Ehrlich: Am Anfang darfst du das getrost ignorieren. Diese Zahlen sind selten so eindeutig, wie sie tun, und du kannst richtig viel Zeit damit verbrennen, ohne dass dein Blog davon besser wird.
Du musst am Anfang auch nicht wissen, wie viel Traffic deine Mitbewerber*innen haben. Erstmal geht es nur um die Zahlen deines eigenen Blogs.

Der kostenlose Anfang, den fast keiner nutzt: die Google Search Console

Fangen wir mit dem Tool an, das kaum jemand auf dem Schirm hat, obwohl es kostenlos ist und dir richtig viel zeigt: die Google Search Console.

Der große Unterschied zu Google Analytics: Die Search Console guckt gar nicht auf deine Website. Sie zeigt dir nur, was in der Google-Suche mit deiner Seite passiert. Und genau deshalb ist sie datenschutzkonform. Du brauchst keinen Cookie-Banner. Einfach einrichten und fertig.

Und das zeigt sie dir:

  • Unter welchen Suchbegriffen deine Website bei Google auftaucht (oft ganz andere, als du denkst)
  • Wie oft du angezeigt wirst und wie oft jemand klickt. Daraus siehst du zum Beispiel: „Aha, ich werde tausendmal angezeigt, aber keiner klickt. Dann sollte ich meinen Titel mal überarbeiten.“,
  • Welche deiner Seiten überhaupt bei Google gelistet sind. Und wo es hakt.

Gerade der letzte Punkt ist Gold wert. Denn Google ist, ich sag mal, ein bisschen zickig. Es entscheidet selbst, welche Seiten es in den Index aufnimmt und welche nicht. Und du merkst oft gar nicht, wenn ein Artikel fehlt.

Eine Warnung hab ich aber: Die Search Console schickt dir vielleicht ab und zu E-Mails, dass irgendeine Seite „nicht im Index“ ist. Dann bitte, bitte nicht in Panik geraten. Das ist meistens völlig harmlos (dein Impressum zum Beispiel muss gar nicht bei Google auftauchen). Schau es dir in Ruhe an, aber lass dir davon nicht den Tag verderben. Deine Möglichkeiten, Google zu beeinflussen, sind ohnehin begrenzt. Google macht am Ende, was es will.

Das Einrichten dauert übrigens nur ein paar Minuten, besonders wenn du schon ein SEO-Plugin wie Yoast oder RankMath nutzt.

Die Search Console und ein Statistik-Tool auf deiner Website ergänzen sich perfekt. Die Search Console zeigt dir, was vor  deiner Seite passiert, nämlich in der Google-Suche. Das Statistik-Tool zeigt dir, was auf  deiner Seite passiert. Genau da schauen wir jetzt hin.

Dein Tool für die Zahlen auf deiner Website: 3 Stufen

So, jetzt zu dem Teil, auf den du wahrscheinlich gewartet hast: Welches Tool nimmst du denn nun?

Keine Sorge, ich werfe dir jetzt hier nicht einfach eine Liste mit allen möglichen Statistik-Tools an den Kopf. Ich zeige dir stattdessen drei Stufen. Du startest bei Stufe 1 „Einsteiger“, und vielleicht bleibst du genau da. Höher steigst du nur, wenn du irgendwann wirklich mehr willst.

Website-Statistik in 3 Stufen: Finde das richtige Tool
Website-Statistik in 3 Stufen: Finde das richtige Tool

Stufe 1: WP Statistics (dein Einstieg)

Wenn du WordPress nutzt, ist das mein Tool der Wahl für den Anfang. Ich hab es bei diversen Kund*innen im Einsatz, und sie sind jedes Mal begeistert.

WP Statistics ist außerdem komplett datenschutzkonform, weil es keine Cookies setzt. Also auch hier: kein Cookie-Banner-Theater. Und es ist kostenlos.

Du siehst damit alles, was für den Anfang zählt: deine meistbesuchten Seiten, woher deine Besucher kommen, welche Browser und Länder. Der einzige kleine Haken: Ziele (also zum Beispiel Newsletter-Anmeldungen auswerten) kann die kostenlose Version nicht. Die kostenpflichtige gibt es zwar, aber die würde ich dir nicht empfehlen, weil sie teurer ist als das Tool, das ich für Stufe 2 empfehle.

Stufe 2: Plausible (wenn du mehr willst)

Irgendwann merkst du vielleicht: „Ich schaue tatsächlich regelmäßig rein, und jetzt will ich auch wissen, ob meine Newsletter-Buttons geklickt werden.“ Dann ist Plausible dran.

Plausible funktioniert im Grunde wie WP Statistics, mit einem entscheidenden Extra: Du kannst Ziele auswerten. Also zum Beispiel: Wie viele Leute tragen sich über meine Startseite in den Newsletter ein? Wird der Button oben oder unten häufiger geklickt? Wie weit scrollen die Leute in meinem Artikel? Und das Dashboard ist dabei richtig schön übersichtlich.

Wir nutzen Plausible selbst hier auf der Website der Blog Challenge. Für mich ist es der beste Kompromiss aus sinnvoller Analyse und Datenschutz: Die Daten liegen auf europäischen Servern, es wandert nichts in die USA.

Der einzige Haken: Plausible kostet ein bisschen was. Aktuell sind das rund 9 Dollar im Monat, aber Preise ändern sich immer mal, schau also am besten kurz auf plausible.io nach dem aktuellen Stand. Wenn du die Ziele wirklich nutzt, ist das Geld gut investiert.

Stufe 3: Für Profis (die meisten brauchen sie nicht)

Google Analytics kennt jeder. Es ist der Platzhirsch, jeder empfiehlt es, und „alle Statistiken für umme“ klingt natürlich verlockend.

Aber: Kostenlos ist es nur auf den ersten Blick. In Wirklichkeit bezahlst du mit deinen Daten, denn Google sammelt sie liebend gern.

Ja, du kannst mit dem Tool das absolute Maximum an Zahlen rausholen, falls du das brauchst. Das Dashboard ist unübersichtlich, die Daten liegen in den USA, und einarbeiten müsstest du dich auch erst.

Mein ehrlicher Rat: Wer Google Analytics noch auf der Seite hat und es sowieso nie nutzt, darf es getrost runterschmeißen.

Häufige Fragen zur Website-Statistik

Brauche ich Google Analytics für meinen Blog?

Für die meisten Blogs: nein. Ohne Online-Shop und komplizierte Funnels brauchst du die riesige Datenmenge von Google Analytics nicht. Ein einfaches Tool wie WP Statistics plus die Google Search Console reicht völlig, um zu sehen, ob dein Blog gelesen wird.

WP Statistics gilt als datenschutzkonform, weil es keine Cookies setzt. Auch die Google Search Console ist unbedenklich, sie greift nur auf Google-Suchdaten zu. Plausible liegt auf EU-Servern und ist ebenfalls datenschutzfreundlich. Google Analytics dagegen speichert Daten in den USA und ist deshalb heikel.

Für den Einstieg nichts. WP Statistics und die Google Search Console sind kostenlos. Erst wenn du mehr willst, zum Beispiel Ziele auswerten, kostet ein Tool wie Plausible ein paar Euro im Monat.

Am einfachsten mit einem Statistik-Plugin wie WP Statistics. Nach der Installation siehst du deine Besucherzahlen direkt in deinem WordPress-Dashboard, ohne dich extra irgendwo einloggen zu müssen.

Ja. Die kostenlose Version zeigt dir alles, was du am Anfang brauchst: Besucherzahlen, meistbesuchte Seiten und woher deine Besucher kommen. Es gibt auch eine kostenpflichtige Version mit noch mehr Funktionen.

Fang klein an, das reicht völlig

Wenn du eine Sache aus diesem Artikel mitnimmst, dann diese: Du musst dich nicht durch Google Analytics quälen, um zu wissen, ob dein Blog funktioniert.

Ein einfaches Tool wie WP Statistics, dazu die kostenlose Google Search Console, und du siehst genau die paar Zahlen, die wirklich zählen. Ohne Überforderung und Datenschutz-Bauchschmerzen.

Fang mit einem kleinen Schritt an: Installier dir WP Statistics oder richte die Search Console ein. Dann schnupper einfach mal rein und schau, welche deiner Artikel gelesen werden. Glaub mir, das macht sogar Spaß!

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