Jahresrückblick 2022: Perfektionismus über Bord

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„Nicht noch ein Jahresrückblick“ ist die erste Reaktion von Johanna, als ich ihr sage, dass ich vorhabe, einen für unseren Blog zu schreiben. Jap, ich bin diejenige von uns beiden, die die persönlichen Artikel viel lieber schreibt als die fachlichen. Ich liiiebe Jahresrückblicke und lese wirklich viele davon, wenn sich das Jahr dem Ende neigt. Aus den Erkenntnissen der anderen Blogger*innen kann ich so viel für mich selbst mitnehmen. 

Du auch? Dann bleib auf jeden Fall dran. Denn ich packe diesen Artikel für dich voll mit Learnings. Dazu musst du aber erstmal wissen, was alles passiert ist.

Von der eigenen Challenge zur Facebook-Gruppe

„Dann ist mir eingefallen: Du hast ja das gleiche Problem. Warum tun wir uns nicht zusammen, warum machen wir nicht eine Challenge? Also dass wir beide sagen: Wir achten jetzt gegenseitig darauf, dass wir 1 Mal im Monat einen Blogartikel veröffentlichen.“

Diese Nachricht schickte ich am 9. April völlig aufgeregt an Johanna. Was sich daraus in den kommenden Wochen entwickelte, können wir manchmal selbst kaum glauben.

Was war davor geschehen? Johanna und ich hatten unsere Blogs mit ein paar wenigen Artikeln drauf. Immer wieder schwirrte in unseren Köpfen rum: „Ich muss endlich mal wieder bloggen“. Der Gedanke wurde schnell wieder verdrängt vom nächsten Kundenprojekt. Mich störte das aber mehr und mehr.

Das Hören eines Podcasts öffnete mir schließlich die Augen: Wieso das Bloggen nicht endlich zur Prio 1 machen, wenn es doch wichtig für mein Business ist? Wieso nicht eine Challenge starten, dass ich ab sofort regelmäßig Artikel veröffentliche?

Eine Challenge mit mir selbst funktioniert aber nicht. Das weiß ich aus eigener Erfahrung, ich hab es oft genug versucht 😅 So entstand die Idee, Johanna als Accountability-Partnerin mit ins Boot zu holen.

Schnell wurde uns klar: Wenn es uns so schwer fällt, regelmäßig zu bloggen, dann muss es anderen Unternehmerinnen doch genau so gehen! Kurzentschlossen gründeten wir eine Facebook-Gruppe und hatten innerhalb weniger Wochen über 30 Mitglieder, obwohl wir kaum Werbung für die Gruppe machten.

Von der Facebook-Gruppe zur echten Community

Wir starteten regelmäßige kostenlose Meetings, damit unsere Mitglieder in den Austausch kommen und zum Bloggen motiviert werden. Aus diesen Zoom-Treffen kamen wir jedes Mal mit sehr viel positiver Energie raus. Der Austausch tat den Frauen gut, das spürte man. Und sie waren dankbar für die vielen Tipps und Tricks rund ums Thema Bloggen, die wir ihnen mitgaben. Kurzum: Die Blog-Challenge half ihnen wirklich weiter.

Als wir die Mitglieder nach Feedback fragten, hörten wir Dinge wie: „Ich muss aktiv in die Gruppe gehen, um dort was mitzukriegen. Facebook zeigt mir im Feed nichts aus der Gruppe an“. Das bestätigten auch die Statistiken. Die Abrufzahlen unserer Videos und Beiträge in der Gruppe waren miserabel.

Deshalb stand für uns fest: Facebook muss weg!

Eine echte Community muss her. Auf der wir nicht nur zu Gast sind wie auf Facebook. Auf der nur wir entscheiden, wie sie aussieht und aufgebaut ist. Eine Plattform, die uns nicht während des Lesens mit anderen Infos oder Werbung ablenkt. Auf der wir sämtliche Funktionen einbauen können, die unseren Mitgliedern helfen. Wie z.B. einen festen Ort, an dem man die eigenen Blogartikel hochladen kann, um sich Feedback abzuholen.

Vollgepackt mit Ideen und Wünschen für unsere Community machte ich mich ans Werk und baute mit WordPress einen eigenständigen Mitgliederbereich auf. Etliche Sprachnachrichten, Energydrinks und Abende vor dem Laptop später war er fertig.

Ein kurzer Anflug von Perfektionismus

Mit der Entscheidung, eine eigene Community zu gründen, haben wir uns beide auf ganz neues Terrain begeben. Rückblickend weiß ich, dass das sehr mutig war. Vor unserem Launch war mir das aber nicht bewusst. Ich war so glücklich über die wundervolle Plattform, dass ich das völlig ausblendete. 

Erst bei der Launchplanung kamen Zweifel und Ängste auf. Denn wir waren alles andere als Launch-erfahren. Und dann – uff – beschlossen wir auch noch, mit einer Challenge zu launchen. Nochmal völlig neues Terrain für uns.

In den Vorbereitungen für die Challenge tappte ich für einen kurzen Moment wieder in die Perfektionismus-Falle. Ich wollte am liebsten die perfekte Strategie haben, um eine perfekte Challenge machen zu können. Also hing ich stundenlang vorm Handy und durchforstete das Internet nach Infos rund um das Thema Challenge-Launch. 

Was las ich da? Unter 250 Teilnehmer*innen macht eine Challenge keinen Sinn, sonst hat man nicht genug Käufer*innen. Diese Zahl erschien mir völlig unrealistisch für uns, denn die Zeit bis zum Launch war knapp. Also überlegte ich, ob wir die Challenge nicht lieber sein lassen sollten. Seufz.

Zum Glück bekam ich die Kurve und warf den Perfektionismus wieder über Bord. Auch wegen Johanna, die voller positiver Energie war. Und jetzt ärgerte ich mich darüber, wie sehr diese Alles-muss-perfekt-sein-Mentalität in unser aller Köpfen steckt. Inklusive meinem.

Das war schon die ideale Ausgangslage für unsere Challenge. Denn bei #MeinunperfekterBlogstart ging es genau darum: den Perfektionismus hinter sich zu lassen und „einfach“ mal den Blog zu starten, der schon lange auf der To-do-Liste steht. Ohne Strategie, ohne SEO. Ohne all das, was am Anfang im Kopf eine Blockade sein könnte. 

Live-Launch mit wenigen Teilnehmerinnen? Ja!

Als die Challenge startete, war sie auf den ersten Blick ein Flop. Denn wir hatten sie nur organisch über Social Media beworben und das auch nur für einen kurzen Zeitraum. Dementsprechend wenig Anmeldungen hatten wir. Von diesen wenigen Anmeldungen nahm nur eine kleine Gruppe an den Live-Sessions teil.

Die aktiven Teilnehmerinnen waren dafür täglich dabei – und zwar mit vollem Einsatz. Durch die kleine Gruppe konnten Johanna und ich auf jede Teilnehmerin individuell eingehen. Wir konnten ganz intensiv in den Austausch gehen und Dinge einbauen, die anfangs gar nicht geplant waren. Zum Beispiel brainstormten wir in der Gruppe Themenideen für jede Teilnehmerin.

In den fünf Live-Sessions wuchs die Gruppe mehr und mehr zusammen und setzte eine unglaubliche Energie frei. Das war der Moment, als Johanna und mir klar wurde: Die wenigen Teilnehmerinnen waren ein Segen für uns!

Denn wir konnten dadurch so viel über die Wünsche, Hürden und Glaubenssätze der zukünftigen Bloggerinnen lernen. Und auch über die Abläufe einer solchen Challenge. Welche Technik nutzen wir am besten, welche Funktionen von Zoom sind hilfreich für uns…? Manchmal klappte auch irgendetwas nicht oder es ging eine falsche E-Mail raus. Mit wenigen Teilnehmerinnen wiegen diese kleinen Patzer nicht so schwer.

In dieser kleinen Runde konnten Johanna und ich auch unsere maximale Umsetzungsmotivation mitgeben. Die aktiven Teilnehmerinnen hatten am Ende der Challenge echte Ergebnisse in den Händen. Manche konnten sogar auf den „Veröffentlichen“-Button drücken:

Und wir zwei? Hatten am Ende auch einen großen Erfolg: Die meisten der aktiven Teilnehmerinnen haben sich so sehr in diese Gruppenenergie verliebt, dass sie nicht länger auf das tolle Netzwerk verzichten wollten und in unsere Community eingestiegen sind.

Auch in der Challenge zeigte sich, wie Facebook-müde alle sind. Denn obwohl wir in jeder Mail die Facebook-Gruppe verlinkten, wollten viele Teilnehmerinnen dort nicht rein. In der nächsten oder übernächsten Runde wird unsere Challenge also komplett unabhängig von Facebook stattfinden. Unsere unabhängige Plattform bietet uns ja die Möglichkeit dazu 😊

So sah unsere Community aus, als wir sie am letzten Challenge-Tag vorstellten. Es war ein komisches Gefühl, eine (noch) völlig leere Plattform zu zeigen. Aber irgendwann hat alles seinen Anfang 😉 Und sie ist schon zum Start genau die Plattform gewesen, wie Johanna und ich uns sie selber gewünscht hätten.

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Du musst dem Wachstum gewachsen sein

Auch wenn es sich schon allein für unsere ganzen Learnings richtig gelohnt hat: Die Challenge war sehr aufwändig und zeitintensiv. Was natürlich auch dem geschuldet war, dass wir dort 120% gegeben haben.

Der hohe Anspruch an uns selbst endete aber nicht mit der Challenge. Denn jetzt brauchten die Mitglieder der neuen Community unsere volle Energie. Unsere Plattform füllte sich nicht nur mit Fragen und Beiträgen, sondern unsere Gründungsmitglieder konnten auch ihre Wünsche an die Community loswerden. Dadurch entstanden zusätzlich zu den monatlichen Workshops noch zwei neue, regelmäßige Termine: die Technik-Sprechstunde und das Co-Blogging. 

Da wir bis dahin nur in zeitlich begrenzten Projekten gearbeitet hatten, war die Community in den ersten Wochen eine große Umstellung für uns. Unsere Arbeitsabläufe mussten umstrukturiert werden. 

Wären wir mit einer größeren Anzahl an Mitgliedern gestartet, wäre wohl das völlige Chaos ausgebrochen. Denn neben der Community arbeiten wir parallel an Kundenprojekten. 

Unser großes Fazit daraus: Wir müssen mit unserem Business mitwachsen. Es funktioniert nicht, wenn dein Business größer wird, du aber noch gar nicht entsprechend aufgestellt bist.

Zum Jahresende waren die Energietanks leer

Ich mag gar nichts schön reden. Der Aufbau der Plattform und die Gründung der Community waren ein Kraftakt. 

Aber jede investierte Sekunde war es wert. Die Workshops und der intensive Austausch mit den Mitgliedern geben uns so viel Energie. 

Deshalb war das Jahr rückblickend ein Auf und Ab zwischen Glücksgefühlen und Vollstress.

Dazu kam dann noch, dass ab Oktober in unseren Familien eine Krankheit auf die nächste folgte. Ende November waren unsere Energietanks leer. 

Zusammengefasst würde ich sagen, dass 2022 definitiv eines der härtesten, wenn nicht sogar das härteste Jahr in meinem Business war. Dadurch hat es in meinem Kopf aber auch sehr viel KLICK gemacht.

In 2023 werde ich meine Me-Time genau so zur Priorität machen wie das Bloggen. Denn mit dem Stress in der zweiten Jahreshälfte habe ich meine monatliche Massage und mein wöchentliches Pilates-Training wieder schleifen lassen. Dabei hätten diese regelmäßigen Auszeiten mir gerade in der Stressphase gut getan.

Ausblick 2023

In diesem Jahr wird bei uns einiges passieren.

Unser Start auf Pinterest steht an. Im Mentoring bei Cindy lernen wir, wie die Plattform funktioniert und sind echt gespannt, was wir dort in den nächsten Monaten erreichen werden.

Dafür wird Social Media etwas mehr hinten angestellt. Blog und Newsletter werden weiterhin unsere Hauptkanäle sein. Auf mehr als drei Kanälen richtig aktiv zu sein, kriegen wir zeitlich nicht hin.

Unser Blog wird sich optisch verändern und für Gastartikel anderer Expertinnen geöffnet. Denn wir möchten uns in Zukunft noch stärker mit anderen Bloggerinnen vernetzen.

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